Sozialpädagogische Familienhilfe
Art des Angebots

ambulante Angebote
Sozialpädagogische Familienhilfe

Träger/Anbieter Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V.
Anschrift Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V
Brüdergasse 16-18
53111 Bonn
Ansprechpartner

Uli Gilles dipl.päd. (Pädagogische Leitung)

Mobil: 0179-2173601

Telefon: 0228 338 339 0 (Geschäftsstelle Zentrale)

Kontakt Tel.: Uli Gilles dipl.päd. (Pädagogische Leitung) 0179-2173601 0228-338 339 0
Fax.: 0228-9691376
E-Mail: erziehungshilfen@bimev.de
Homepage: http://www.interkulturelle-erziehungshilfen.de Träger:(www.bimev.de)
Betreuungsschlüssel: 1 zu 1
Freie Plätze: 0
Sozialräume
gesamtstädtisch
Ort der Maßnahme
Stadt außerstädtisch
Geschlecht
Jungengruppe Mädchengruppe Koedukative Gruppe
Alter
0-14 Kind 14-18 Jungendlicher >18 Junger Erwachsener
Lebensbereiche
Wohnen Arbeiten Schule Ausbildung Kiga Freizeit soziales Gefüge Sonstiges
Sozialraumkategorien
Leistungsbereich Klärungsbereich Gefährdungsbereich
Maßnahmevorraussetzungen
Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Anzahl der Plätze flexibel
Mitarbeiterqualifikation Pädagogische Fachkräfte mit Zusatzqualifikation
Gesetzliche Grundlage

§§ 27 ff. SGB VIII (KJHG), § 31 SGB VIII (KJHG) in Verbindung mit § 36 SGB VIII (KJHG)

Angebotsbeschreibung

Die Interkulturelle sozialpädagogische Familienhilfe bietet durch intensive Betreuung und Begleitung den Familien, insbesondere mit Migrationsgeschichte Unterstützung in ihren Erziehungsaufgaben. Sie unterstützt die Familien bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie bei Kontakten mit Ämtern und Institutionen. Das Ziel der Interkulturellen sozialpädagogischen Familienhilfe ist, Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten, indem sie im Hilfeprozess die sozialen Probleme erkennt, Bewusstsein zur Veränderung der vorhandenen Strukturen erarbeitet, vorhandene Kompetenzen und Ressourcen der Familie (wieder-) zu entdecken, ihre Entwicklung zu fördern und zu stabilisieren und die Familienmitglieder zu einer selbstständigen Lebensbewältigung (Selbsthilfe) innerhalb des formellen und informellen Hilfesystems zu befähigen. Der mehrdimensionaler Ansatz der Interkulturellen Sozialpädagogischen Familienhilfe orientiert sich am Familiensystem und dessen sozialem Netzwerk (Ganzheitlichkeit). Sozialpädagogische Familienhilfe ist in der Regel eine aufsuchende Hilfe, ist auf längere Zeit angelegt und erfordert die kooperative Mitarbeit der Familie.

Zielgruppe/Indikation

Die Interkulturelle sozialpädagogische Familienhilfe als ganzheitliches Angebot richtet sich in ihrer interkulturellen Schwerpunktsetzung an

 

-        Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere mit Migrationsgeschichte

-        Alleinerziehende, binationale Familien und Partnerschaften.

 

Bei der Bewältigung von Krisen- und sozialen Belastungssituationen (ökonomische, psycho-soziale und biographische Probleme, die insbesondere durch die Migration erfolgt sind) benötigt die Zielgruppe spezifische kultursensible Unterstützung. Im Mittelpunkt der Hilfeleistung steht das Kindeswohl aus interkultureller Perspektive, da die Eltern mit Migrationshintergrund in der Regel unter Kindeswohl andere Vorstellungen haben können, als es im SGB VIII formuliert ist. Dadurch entstehen weitere soziale und pädagogische Probleme, die wir in unserer Arbeit berücksichtigen.

Ziele

-        Förderung und Stärkung der Erziehungsfähigkeit der Familien mit Migrationshintergrund

-        Befähigung der Familienmitglieder zu einer selbstständigen Lebensbewältigung und zur Selbsthilfe unter Berücksichtigung ihrer sozialen und kulturellen Ressourcen

-        Sensibilisierung, Aktivierung und Stärkung der eigenen vorhandenen Ressourcen der Familien zur Lösung ihrer sozialen Probleme und zur inklusiven Teilhabe in der Gesellschaft

-        Einbindung der Familie in den Sozialraum

-        Förderung des Zusammenhaltes und der Interaktion in der Familie und im sozialen Umfeld, u.a. in Zusammenhang mit Migrantencommunities

-        Erlernen und Umsetzung von alternativen Konfliktlösungsstrategien

-        materielle Lebensbedingungen zu sichern und zu verbessern

-        Stärkung der sozial-emotionalen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen

-        Sicherung und Verbesserung der Kommunikation unter Familienmitgliedern

-        Erweiterung von persönlichen Kompetenzen der Familie im Umgang mit Behörden und Institutionen (z.B. Schulen, Ämtern, Ärzten, Kindertagesstätten, Beratungsstellen)

-        Befähigung der Familien zur Bewältigung ihrer sozialen Belastungen und Krisen aufgrund der Migrationserfahrungen sowie des Lebens in der Aufnahmegesellschaft durch Netzwerk-Hilfen.

Methodik

Unsere interkulturell pädagogische Konzeption beinhaltet eine kultursensible methodische Vorgehensweise: die Interkulturelle sozialpädagogische Familienhilfe verfolgt einen ressourcen-, handlungs- und lösungsorientierten Ansatz und entwickelt eine am Auftrag orientiertes individuelles Betreuungssetting.

Zur Erreichung der Hilfeziele wird mit unterschiedlichen kultursensiblen Arbeitsmethoden und Interventionsformen gearbeitet:

 

-        Beratung (Einzel-, Paar- und Familiengespräche) und Begleitung der Eltern/Erziehungsberechtigten und Kinder

-        Systemische Herangehensweise

-        Einzelgespräche

-        Pädagogische Interaktion und Reflexion mit Eltern und Kindern

-        Genogrammarbeit, Familienaufstellung

-        Modellhaftes Handeln und praktische Hilfen

-        Das Einsetzen von interkulturellen Kommunikationsmedien (mehrsprachiges Infomaterial über Integration, Erziehung und soziale Eingliederung, Internetseiten, Medien der verbalen und nonverbalen Kommunikation, Literatur über Problemthemen)

Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen

Unsere Arbeit mit Familien richtet sich auf die Beratung, Begleitung bei Ämterangelegenheiten und  die Unterstützung, Förderung sowie Stärkung ihrer Erziehungskompetenzen zur eigenständigen, selbst organisierten und verantwortungsbewussten Entwicklungsförderung ihrer Kinder. Eine Besonderheit der interkulturellen sozialpädagogischen Familienhilfe stellt die Unterstützung und Hilfe zur Verbesserung von Teilhabechancen an Ausbildung und Bildung von Migrantenfamilien dar.

Mögliche Zusatzleistungen
  • Durchführung eines ambulanten Clearings
  • Begleiteter Umgang

Im Bedarfsfall, insbesondere bei Familien mit hohem Hilfebedarf oder bei Sprachbarrieren, kann die Hilfe auch durch ein Tandem-Team aus Fachkraft plus einer sozialen und kulturellen Ergänzungskraft kultursensibel ausgeführt werden. Die sozialpädagogischen Fachkräfte sind fallführende verantwortliche Fachkräfte und koordinieren die gemeinsame Arbeit mit den Ergänzungskräften in und mit den Familien.

Zusammenarbeit / Kooperationen

Mit folgenden Institutionen wird bedarfsorientiert fachlich zusammengearbeitet:

 

-        Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundesstadt Bonn

-        Jugendämter Bornheim, Meckenheim, Troisdorf, Königswinter, Bad Honnef, Siegburg, St. Augustin, Jugendhilfezentrum des Rhein-Sieg-Kreises in Meckenheim

-        Evangelische Migrations- und Flüchtlingsarbeit Bonn / Integrationsagentur des Evangelischen Kirchenkreises Bonn

-        Fachhochschule Köln

-        Fachhochschule Koblenz

-        Frühförderstellen,

-        Erziehungs- und Familienberatungsstellen,

-        Sozialpädiatrische Zentren,

-        LVR-Klinik, Kinderärzte, Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie,

-        Therapeuten (Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, etc.),

-        Beratungsstellen insbesondere für Migranten und Flüchtlinge,

-        Schulen, Kindertagesstätten und Horte.

 

Qualitätssicherung

Gemäß Qualitätsentwicklungsvereinbarung mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundesstadt Bonn

 

  • regelmäßige Supervisionen, Teamsitzungen, Fort- und Weiterbildung
  • die Erstellung und Durchführung des Hilfe- und Betreuungsplans
  • Praxisberatung, regelmäßige Dokumentation der Entwicklung und Evaluation der geleisteten Erziehungshilfen

 

Das BIM e.V. ist eingebunden in das kommunale Qualitätsmanagement für Erziehungshilfen. Dazu gehören die Sozialraumteams, der Wirkungsdialog, die Trägerkonferenzen (Arbeitsgemeinschaft § 78 SGB VIII) und die Fachtagung "Erziehungshilfetag Bonn".

Dadurch wird ein hoher fachlicher Standard gesichert. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern wird stetig weiterentwickelt und ermöglicht eine Optimierung der interkulturellen pädagogischen Angebote.