Aufsuchende systemische Familientherapie und -beratung (AFT)
Art des Angebots

ambulante Angebote
Systemische Beratung/Therapie für Familien und familiäre Systeme

Träger/Anbieter Jugendfarm Bonn e.V.
Anschrift Jugendfarm Bonn e.V.
Holzlarer Weg 18
53229 Bonn-Pützchen
Ansprechpartner Holger Schneider
Kontakt Tel.: +49 228 629879 43
Fax.: +49 228 629879 90
E-Mail: info@jugendfarm-bonn.de
Homepage: http://www.jugendfarm-bonn.de
Betreuungsschlüssel: 1 zu 1
Freie Plätze: 0
Sozialräume
gesamtstädtisch
Ort der Maßnahme
Stadt außerstädtisch
Geschlecht
Jungengruppe Mädchengruppe Koedukative Gruppe
Alter
0-14 Kind 14-18 Jungendlicher >18 Junger Erwachsener
Lebensbereiche
Wohnen Arbeiten Schule Ausbildung Kiga Freizeit soziales Gefüge Sonstiges
Sozialraumkategorien
Leistungsbereich Klärungsbereich Gefährdungsbereich
Maßnahmevorraussetzungen
Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Mitarbeiterqualifikation

Pädagogische Fachkräfte mit anerkannter therapeutischer Zusatzausbildung, i.d.R. systemische Beratung und Therapie (DGSF)

Häufigkeit/Umfang
  • 1-2 Sitzungen wöchentlich bis 14tägig über 6-12 Monate mit 2 Fachkräften; in akuten Krisensituationen bei Bedarf auch mehr
  • Zwischnauswertungen nach ca. 10-12 Sitzungen mit Rückkopplung an das Jugendamt
Gesetzliche Grundlage

27 ff SGBVIII, § 30/ 31/ 35/ 35a/ 41 SGBVIII in und der damit verbundenen therapeutischen Hilfe § 27(2) SGB VIII, § 36 SGBVIII;

Angebotsbeschreibung

Aufsuchende systemische Familientherapie (AFT) ist eine intensive, flexible aufsuchende Hilfe zur Erziehung. Sie richtet sich an Familien und Lebensgemeinschaften mit Kindern und Jugendlichen, die häufig bereits über längeren Zeitraum in der Jugendhilfe betreut werden und sich in einer stark belasteten, krisenhaften und multiproblematischen Lebenslage befinden, sich jedoch von gängigen Hilfsangeboten nicht angesprochen fühlen. Die therapeutische Hilfe findet im Haushalt der Familie unter Einbezug des Lebensumfeldes und unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Interaktions- und Kommunikationsformen statt, um Schwellenängsten entgegenzuwirken und Sicherheit zu vermitteln und damit eine vertrauensvolle Arbeitsgrundlage zu schaffen. AFT findet in einem Team von 2 Fachkräften statt. Eine co-therapeutische Arbeitsweise ermöglicht den Einsatz von systemischen Methoden, die zum einen als sehr wirksam erlebt und zum anderen eine professionelle Distanz in der intensiven Zusammenarbeit mit der Familie sicherstellen sollen, bspw. durch das Reflecting Team. das Therapeutenteam als Modell wahrnehmen.

Systemisch orientierte Familientherapie betrachtet (familiäre) Konflikte, Krisen und Erziehungsschwierigkeiten als Wechselwirkungsprozesse. Sie richtet ihren Blick dem entsprechend auf das Zusammenspiel aller beteiligten Familienmitglieder und dem Kontext, wo die Schwierigkeiten auftreten.

Einige Prinzipien der Arbeit erscheinen ähnlich wie bei einer SPFH. AFT unterscheidet sich jedoch dadurch, dass es sich um ein eindeutiges Therapieangebot handelt, in einem ausgebildeten Co-Therapeuten-Team erfolgt und die Hilfe sich in Bezug auf Dauer und Interventionsform an Familien in Krisen orientiert.

Zielgruppe/Indikation

Aufsuchende Familientherapie richtet sich an alle Familien / Lebensgemeinschaften/ Personensorgeberechtigten mit mindestens einem Kind oder Jugendlichen, die sich in derartigen Krisen- und Belastungssituationen befinden, deren Bewältigung durch Verstrickungen im Beziehungsgefüge erheblich eingeschränkt sind und über reine pädagogische Interventionen hinaus gehen.

Ziele
  • Aktivierung familiärer Ressourcen und Selbsthilfepotentiale, Förderung der Selbstorganisation
  • Erweiterung der Erziehungskompetenz der Eltern
  • Entspannung der krisenhaften Situation
  • Minderung von Beziehungsstörungen sowie Verstrickungen im familiären Beziehungsgefüge und damit einhergehender Beeinträchtigungen, Stärkung der Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeiten
  • Veränderung von dysfunktionalen Bewältigungsstrategien sowie Kommunikations- und Interaktionsmustern, Entwicklung alternativer Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven
  • Förderung von gegenseitiger Empathie durch immer wieder angeregte Perspektivwechsel
  • Entwicklung und Nutzung von Netzwerken im sozialen Umfeld
  • Neustrukturierung des Alltags der Familie
  • Begleitung bei Rückführung von Kindern und Jugendlichen/ soziale Integration
Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen
  • Einsatz im Team von zwei, idealerweise gemischtgeschlechtlichen Fachkräften zur ganzheitlichen Erfassung des Familiensystems, zur Erweiterung von Handlungsspielräumen hinsichtlich Methoden und Interventionen; zur Rollenaufteilung; zur Reflexion und Grenzsicherung im therapeutischen Prozess
  • Schaffung einer Arbeitsgrundlage im Vorfeld
  • Situationsanalyse, Auftragsklärung, Hilfeplanverfahren
  • Aufsuchen der Familie/ Beziehungsaufbau
  • Einsatz therapeutischer Methoden und Interventionen (z.B. Reflecting-Team, Aufstellungen/Skulpturarbeit, Familienbrett, Genogrammarbeit, Time-Line/ Lebensfluss-Modell, paradoxe Interventionen etc.)
  • Stärkung der Beziehungs-, Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit
  • Aufbau und Nutzung von Netzwerken im sozialen Lebensumfeld
  • Teaminterne Fallreflexion, Teamberatung, kollegiale Beratung, Fallsupervision
Qualitätssicherung

Siehe Qualitätsentwicklungsbeschreibung der Jugendfarm

http://www.jugendfarm-bonn.de/traeger/qualitaetsmanagement