07 - Tandem - inklusivpädagogisches Angebot für Mutter und Kind
Art des Angebots

Speziallösungen
Intensivangebote

Träger/Anbieter CJG Hermann-Josef-Haus
Anschrift CJG Hermann-Josef-Haus
Dechant-Heimbach-Str. 8
53177 Bonn
Ansprechpartner

Bereichsleitung Herr Markus Pütz

Tel. 02 28 - 9 51 34-

Kontakt Tel.: 0228 / 95134-0
Fax.: 0228 / 95134-66
E-Mail: info@cjg-hjh.de
Homepage: http://www.cjg-hjh.de
Betreuungsschlüssel: 1 zu 1,32
Freie Plätze: 0
Sozialräume
gesamtstädtisch
Ort der Maßnahme
Stadt außerstädtisch
Geschlecht
Jungengruppe Mädchengruppe Koedukative Gruppe
Alter
0-14 Kind 14-18 Jungendlicher >18 Junger Erwachsener
Lebensbereiche
Wohnen Arbeiten Schule Ausbildung Kiga Freizeit soziales Gefüge Sonstiges
Sozialraumkategorien
Leistungsbereich Klärungsbereich Gefährdungsbereich
Maßnahmevorraussetzungen
Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Anzahl der Plätze
  • 5 Mutter-Kind-Paare können in Tandem-inklusivpädagogisches Angebot-  aufgenommen werden.
  • Jedes Mutter-Kind-Paar verfügt über einen Wohnraum und ein Kinderzimmer sowie ein Badezimmer, ausgestattet mit WC/Waschbecken/Dusche. Alle Wohnräume der Mütter verfügen über einen direkten Zugang auf die große Sonnenterasse.

Betreuungsschlüssel  Mütter: 1 : 1,32 Betreuungsschlüssel Kinder: 1 : 2,00

Mitarbeiterqualifikation

Pädagogische Fachkräfte: Fachschule, Fachhochschule, Hochschule, wie Diplom/BA Heilpäda­gogInnen, SozialpädagogInnen oder ErzieherInnen z.T. mit Zusatzqualifikationen, ergänzt durch medizinisch ausgebildetes Personal: Gesundheits- und KinderkrankenpflegerInnen - im Tag- und Nachtdienst.

Aufnahmealter/
Betreuungsalter

Aufnahmealter:

Minderjährige und volljährige Schwangere und Mütter mit ihren Kindern ab dem 1. Lebenstag.

 

Eine Aufnahme ist ab der 32. Schwangerschaftswoche nach Bedarf und fallspezifisch auch früher möglich.<?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Gesetzliche Grundlage

§ 19 SGB VIII als Gemeinsame Wohnform für Mütter/Väter und Kinder"

§ 27 SGB VIII in Verbindung mit §§ 34, 36, 37 SGB VIII Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform bzw. für junge Volljährige entsprechend § 41 SGB VIII als Hilfe für junge Volljährige

§ 35 a SGB VIII "Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche"

§ 8a Abs. 2 SGB VIII "Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung"

§ 53 SGB XII "Eingliederungshilfe" i.V.m. § 2 SGB IX

Angebotsbeschreibung

Mütter mit kognitiv eingeschränkten Fähigkeiten, Entwicklungsdefiziten, Beeinträchtigungen in der sozial-emotionalen Entwicklung und/oder ggf. psychischen Belastungen oder Auffälligkeiten sind nicht weniger in der Lage, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Kinder zu versorgen, zu fördern und zu erziehen.<?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Entsprechend diesem inklusiven Selbstverständnis ist der strukturelle, zeitliche und pädago­gische Rahmen im TANDEM gestaltet und das didaktische Vorgehen der Fachkräfte in der Arbeit mit den Müttern und ihren Kindern angelegt.

In der Inklusivpädagogischen Intensivgruppe für Mutter und Kind TANDEM werden die Mütter in allen Bereichen der täglichen Pflege, Versorgung, Betreuung, Erziehung und Förderung ihrer Kinder engmaschig, wenn erforderlich im 1:1 Kontakt, am Tag und in der Nacht begleitet.

Die Mütter werden entsprechend ihrer Lernfähigkeit bzw. ihres Lerntempos sowie ihrer Kom­petenzen und Anliegen kleinschrittig und methodisch abgestimmt in den Bereichen

§  Pflege, Versorgung, Betreuung und Erziehung

§  Altersgerechte Förderung

§  Wahrnehmung und Befriedigung kindlicher Bedürfnisse

§  Mutter-Kind-Interaktion und Förderung/Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung

§  Körperliche und seelisch-emotionale Gesundheit

§  Persönlichkeitsentwicklung

§  Lebenspraktische und Alltagsanforderungen

§  Alltagsgestaltung und -organisation

§  Tages- und Wochenstrukturierung

§  Finanzen

§  Ämter- und Behördenangelegenheiten

§  Beschäftigung, Arbeit, Schule, Ausbildung

§  Elternschaft sowie Partnerschaft

§  Perspektiventwicklung

angeleitet, unterstützt, gefördert und/oder beraten.

Auf Grundlage dieser Arbeit werden unter Berücksichtigung ihrer individuellen Ressourcen, Kompetenzen und Grenzen mit den Frauen mögliche Lebensperspektiven erarbeitet, zielge­richtet geplant und umgesetzt.

Durch die durchgängige Präsenz (24 Stunden, Tag und Nacht) der Fachkräfte ist es möglich, die nicht oder noch nicht vorhandenen Ressourcen der Mütter auszugleichen, die Frauen kontinuierlich anzuleiten, zu begleiten oder zu unterstützen und bei Bedarf zur Sicherung des Kindeswohls jederzeit situativ und zeitlich begrenzt ersetzend tätig zu werden.

Die Herkunftsfamilien sowie Partner und/oder Kindsväter werden, wenn möglich und gewünscht, individuell in den Hilfeprozess mit einbezogen. Sie werden entsprechend dem Bedarf ebenfalls bei der Versorgung ihrer Kinder angeleitet und haben u.a. die Möglichkeit an Gesprächen inner­halb der Bezugspädagogik oder an Hilfeplangesprächen teilzunehmen.

Zielgruppe/Indikation

Das Inklusivpädagogische Intensivangebot für Mutter und Kind TANDEM richtet sich an Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, in eigener Wohnung zu leben. Vielfach ist der Schutz, die grundlegende Versorgung und Förderung der Kinder nicht sichergestellt.

TANDEM steht Frauen mit und ohne Behinderung offen. In der Regel weisen sie Beeinträch­tigungen im Bereich Lernen, der kognitiven und/oder ihrer sozial-emotionalen Entwicklung auf, weswegen sie für sich und ihr Kind ein geschütztes Umfeld und einen überschaubaren Rahmen benötigen.

Häufig sind dies<?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

§  Mütter, die aufgrund der eigenen Sozialisation einen besonderen Hilfebedarf haben,

§  Frauen mit Beeinträchtigungen im Bereich Lernen und Intelligenz (leichte Intelligenzminde­rung), deren Ressourcen unklar sind,

§  Mütter, bei denen Unsicherheit besteht, ob sie ihre Mutterrolle angemessen annehmen und ausfüllen können,

§  Mütter, bei denen Unklarheit darüber besteht, ob das Kindeswohl durchgängig durch sie sichergestellt werden kann,

§  Mütter mit schwierigem psychosozialen und biographischem Hintergrund sowie

§  Mütter, die aufgrund von Gewalt-, Sucht- oder Verwahrlosungserfahrungen besonderen Halt und Orientierung benötigen.

 

Ausschlusskriterien

Nicht aufgenommen werden Mütter, bei denen eine akute bzw. behandlungsbedürftige Sucht­mittel-/Abhängigkeitsproblematik, eine stark ausgeprägte körperliche oder geistige Behinderung, klinisch-psychiatrisch behandlungsbedürftige Störungsbilder und/oder massive Gewaltbereit­schaft vorliegen.

Ziele

Ziel der inklusivpädagogischen Intensivmaßnahme ist es, dass die Frauen in einem geschützten Rahmen in ihre Rolle als Mutter finden und das familiäre Zusammenleben erproben und erler­nen können.<?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Sie werden durch die Begleitung und Anleitung der Mitarbeiterinnen dahingehend unterstützt und motiviert, ein möglichst eigenständiges und selbstbestimmtes Leben mit ihren Kindern führen zu können.

Dementsprechend wird im Hilfeprozess mit den Müttern daran gearbeitet, die vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen zu klären, zu stärken, zu fördern, zu erweitern und zu festigen sowie eine Perspektive nach dem Aufenthalt für Mutter und Kind zu entwickeln.

Diese Perspektivklärung und -entwicklung kann beinhalten, dass Mutter und Kind mittel- oder langfristig einen (geschützten und/oder stationären) Unterstützungsbedarf haben, in eigener Wohnung mit oder ohne zusätzliche pädagogische Unterstützung leben können oder ver­schiedene Lebensorte und unabhängig voneinander weiterreichende Hilfeformen benötigen.

Ziele für die Mutter:

§  stabile und tragfähige Mutter-Kind-Bindung

§  gelingende Schwangerschaft und Entbindung

§  dem Bedarf des Kindes angemessene Erziehungskompetenzen der Mutter

§  angemessene ( Weiter-) Entwicklung und Festigung der Persönlichkeit als Frau und als Mutter

§  angemessene Versorgung und Pflege des Kindes (Wickeln, Ernährung, Baden, Förderung, Erziehung, usw.)

§  durchgängige Sicherstellung des Kindeswohls durch die Mutter und entsprechende (Weiter-) Entwicklung der Selbstwirksamkeit der Mutter

§  möglichst selbstständige Tages- und Wochenstrukturierung für das Familienleben durch die Mutter

§  eigenverantwortliche und selbstbestimmte Lebensführung der Mutter mit ihrem Kind

§  Beschäftigung oder berufliche Tätigkeit

§  Klärung und Erarbeitung einer realistischen Lebensperspektive und Begleitung bei der Umsetzung der ersten Schritte zur Vorbereitung auf die Zeit nach der Maßnahme

 

Ziele für das Kind:

§  Eine gesunde leibliche, seelische und emotionale Entwicklung

Methodik

Entsprechend ihrer Kompetenzen, individuellen Wahrnehmungs- und/oder Lernfähig-/Lern­geschwindigkeit (Informationsaufnahme bzw. -verarbeitung) werden die Mütter im Alltag situativ, in 1:1 Situationen in den unterschiedlichen Bereichen einzeln oder im Kontext einer Gruppe angeleitet, begleitet, beraten, unterstützt und gefördert.<?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" />

Durch gezielte Einzelfördereinheiten werden die Mütter animiert und bestärkt, ihre Kinder alters­entsprechend und adäquat zu beschäftigen und zu fördern.

In der Arbeit kommen unterschiedliche didaktische Ansätze und methodisches Vorgehen bzw. Hilfsmittel aus der Jugend- und der Behindertenhilfe zum Einsatz.

 

Die Frauen profitieren von der Kleinschrittigkeit sowie der Übersetzung in eine leichtere, für sie verständliche, Sprache bei der täglichen Anleitung und Hilfestellung sowie von der Fokussierung auf für ihr Lernen förderliche Wahrnehmungskanäle, wie z.B. mit ihnen entwickelte und verein­barte Visualisierungshilfen.

Durch kontinuierliche Wiederholung und das Lernen am Modell wird Müttern mit kognitiver bzw. Beeinträchtigung in der Wahrnehmung sowie im Lernen die Möglichkeit eröffnet, das Wahrge­nommene bzw. Erlernte soweit zu verinnerlichen und zu festigen, um dies auch zukünftig nutzen und auf ähnliche bzw. komplexere Situationen übertragen zu können.

Durch das Lernen am Modell (oder auch: Nachahmungslernen, Imitationslernen, soziales Lernen, Identifikationslernen, Rollenlernen oder stellvertretendes Lernen) der pädagogischen Fachkräfte werden visuell Lernvorgänge ermöglicht, die auf der Beobachtung des Vorgehens und Verhaltens der pädagogischen Fachkräfte als Vorbilder in der Interaktion mit dem Kind und/oder in alltäglichen und lebenspraktischen Bereichen beruhen.

Dabei ist mit der Zeit und im weiteren Hilfeverlauf in der Regel die persönliche Anwesenheit dieser Vorbilder (Modelle) von untergeordneter Bedeutung.

Im Weiteren dienen Strukturierungs- und Bilanzierungstabellen der Visualisierung und Orientie­rung und werden zur gemeinsamen Reflexion genutzt.

Auch in schwierigen Situationen oder Krisen ist für die pädagogischen Fachkräfte handlungs­leitend, durch ressourcen- und lösungsorientiertes Arbeiten und Vorgehen mit den Müttern, Möglichkeiten, Lösungen, Auswege und/oder Handlungsalternativen zu entwickeln und diese anzuleiten, um das Erleben von Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit im Bezug auf sich und ihr Kind zu ermöglichen sowie die eigenen Kompetenzen zu erweitern und zu festigen.