11 Inobhutnahme- und Perspektivklärungsgruppe JuMP-Bonn und AWG JuMP-Wachtberg für Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren
Art des Angebots

Speziallösungen
Inobhutnahme

Träger/Anbieter CJG Hermann-Josef-Haus
Anschrift CJG Hermann-Josef-Haus
Dechant-Heimbach-Str. 8
53177 Bonn-Bad Godesberg
Ansprechpartner

Bereichsleitung:

Thorsten Menzner

 

Tel. 0228 95134-0

E-Mail: t.menzner@cjg-hjh.de
Kontakt Tel.: 0228 / 951340
Fax.: 0228 / 9513451
E-Mail: info@cjg-hjh.de
Homepage: http://www.cjg-hjh.de
Betreuungsschlüssel: 1 zu 1,46
Freie Plätze: 0
Sozialräume
gesamtstädtisch
Ort der Maßnahme
Stadt außerstädtisch
Geschlecht
Jungengruppe Mädchengruppe Koedukative Gruppe
Alter
0-14 Kind 14-18 Jungendlicher >18 Junger Erwachsener
Lebensbereiche
Wohnen Arbeiten Schule Ausbildung Kiga Freizeit soziales Gefüge Sonstiges
Sozialraumkategorien
Leistungsbereich Klärungsbereich Gefährdungsbereich
Maßnahmevorraussetzungen
Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Anzahl der Plätze

JuMP-Bonn 8 Intensivplätze

AWG JuMP-Wachtberg 7 Plätze (4 Intensiv plus, 3 Intensivplätze)

Mitarbeiterqualifikation Sozialpädagogische Fachkräfte mit Erfahrungen im ambulanten, teilstationären oder stationären Bereich der Erziehungshilfe und einer fundierten Ausbildung, praktischer Erfahrung mit Krisenverläufen in Familien und in Gruppen.
Aufnahmealter/
Betreuungsalter

AWG JuMP-Wachtberg 4 bis 10 Jahre

JuMP-Bonn 5 bis 12 Jahre

Häufigkeit/Umfang Der Umfang der Hilfe richtet sich nach den Vereinbarungen im Hilfeplan.
Gesetzliche Grundlage

 § 27 SGB VIII i.V.m. §§ 34, 36 SGB VIII

§ 42 SGB VIII

Angebotsbeschreibung

JuMP Intensiv mit dem Betreuungsschlüssel 1:1,46 ist geeignet für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren, bei denen die Versorgung in ihrem Herkunftssystem momentan nicht sichergestellt wird, ein konkreter Hilfe- und Förderbedarf noch ungeklärt ist und/oder eine Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.

 

JuMP Intensiv Plus mit dem Betreuungsschlüssel 1:1,0 ist geeignet für Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren,

  • die außergewöhnlich hohen Betreuungsbedarf (bezüglich ihres Alters, Förderbedarfe oder Verhaltensproblematiken) haben,
  • die im Rahmen einer beendeten Krisenintervention/Inobhutnahme oder noch nicht abschließend geklärter Perspektive (z. B. durch langwieriges Gutachten/Gerichtsprozess) untergebracht sind und eines stabilen und kontinuierlichen Settings und Umfelds bedürfen,
  • die aufgrund ihrer Lebensgeschichte nicht in größeren Gruppen mit anderen Kindern zusammenleben können,
  • deren Versorgung in ihrem Herkunftssystem momentan nicht sichergestellt ist, ein konkreter Hilfe- und Förderbedarf noch ungeklärt ist und/oder eine Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann,
  • die jedoch aufgrund ihres Alters, Förderbedarfe, Verhaltensproblematiken, erhöhter Betreuungsanforderung sonst nicht innerhalb eines Kriseninterventions- und Inobhutnahmeangebotes untergebracht werden könnten.

JuMP Intensiv Plus ist eingebettet in das Kriseninterventions- und Perspektivangebot für Jungen und Mädchen (JuMP) an zwei Standorten. Am Standort Bonn (JuMP Intensiv) werden 8 Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren und am Standort Wachtberg-Pech (Rhein-Sieg-Kreis)  (JuMP Intensiv 3 Plätze/Intensiv Plus 4 Plätze) 7 Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren betreut.

 

JuMP gewährleistet durch die Positionierung und die vorgehaltenen Angebote Intensiv und Intensiv Plus an zwei Standorten in einem aufeinander abgestimmten, durchlässigen und flexiblen System:

  • Stabilisierung, Betreuung, Versorgung
  • eine auf die Bedarfe abgestimmte Hilfe in einem für die Kinder sicheren und geschützten Rahmen
  • die Möglichkeit auf aktuelle und/oder momentan angezeigte Bedarfe der Kinder flexibel zu reagieren
  • die Betreuung dieser dauerhaft oder vorübergehend, auch in krisenhaften Situationen, an den jeweils anderen Standort zu verlegen, um somit die weitere Betreuung der Kinder zu gewährleisten

Durch die Kooperation und Vernetzung der Teams an beiden Standorten ist für die betreuten Kinder gesichert, dass auch in krisenhaften Situationen Unterstützung und Betreuung durch die den Kinder bekannten Personen sichergestellt und übernommen werden kann. Geschwisterkinder können im Bedarfsfall, trotz Altersdifferenzierung der Standorte, gemeinsam aufgenommen werden.

Zielgruppe/Indikation

JuMP Intensiv nimmt Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren oder altersentsprechend auf,

  • deren Versorgung in ihrem Herkunftssystem momentan nicht sichergestellt werden kann,
  • bei denen ein konkreter Hilfe- und Förderbedarf sowie die weitere Perspektive noch ungeklärt ist,
  • bei denen eine Kindeswohlgefährdung vorliegt oder nicht ausgeschlossen werden kann,
  • die sofortige Betreuung und Versorgung in einem für sie sicheren und geschützten Rahmen benötigen,
  • die aufgrund einer Kindeswohlgefährdung aus dem Herkunftssystem genommen werden müssen,
  • deren Eltern/Bezugspersonen eine (zweitweise) Entlastung zum Regeln ihrer persönlichen Angelegenheiten (z. B. Therapien, krankheitsbedingter Ausfall etc.) benötigen und die aufgrund dieser Probleme dort (zeitweise) nicht bleiben können,
  • die aufgrund ihrer emotionalen, sozialen und kognitiven Beeinträchtigungen eine individuelle Betreuung benötigen, die durch eine unterstützende und ergänzende ambulante Hilfe nicht ausreichend sichergestellt ist und bei denen noch Unklarheit über das richtige Folgeangebot besteht,
  • deren weitere Lebensperspektive noch unklar ist (z. B. bei aktueller Inobhutnahme und/oder familiengerichtlichen Verfahren),
  • die einen sicheren Rahmen benötigen, um zur Ruhe zu kommen und um Stabilität in ihrer sozial-emotionalen Befindlichkeit zu erlangen.

JuMP Intensiv Plus nimmt Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren oder altersentsprechend auf,

  • die aufgrund der Vorgeschichte oder besonderen Betreuungsbedarfen momentan nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können,
  • für die aufgrund ihres Hilfebedarfs trotz ihres jüngeren Lebensalters momentan keine Pflegefamilie/Fachpflegefamilie gefunden werden kann und/oder daher ggf. einer längerfristigen Unterbringung bedürfen,
  • bei denen aufgrund ihres Alters, Förderbedarfe oder Verhaltensproblematiken eine erhöhte Betreuungsanforderung besteht und eine höhere Betreuungsdichte notwendig ist, um somit drohende Hilfeabbrüche zu vermeiden,
  • die im Rahmen einer beendeten Krisenintervention/Inobhutnahme oder noch nicht abschließend geklärter Perspektive (z. B. durch langwierige Gutachten/Gerichtsprozesse) innerhalb von Inobhutnahmen/Perspektivgruppen untergebracht sind, jedoch aufgrund ihres Bedarfes eines stabilen und kontinuierlichen Settings und Umfelds bedürfen,
  • die physischer, psychischer und emotionaler Verwahrlosung ausgesetzt waren,
  • die in ihrer Bindungsfähigkeit beeinträchtigt sind/deren Bindungsfähigkeit gestört ist,
  • die frühkindlichen traumatischen Erfahrungen ausgesetzt waren,
  • die Entwicklungsverzögerungen und -beeinträchtigungen  aufweisen.
Ausschlusskriterien

Nicht aufgenommen werden können Kinder und Jugendliche

  • mit Schwerstmehrfachbehinderungen
  • mit starker körperlicher Behinderung
  • mit aktuten psychiatrischen Krankheitsbildern

Beeinträchtigungen, Entwicklungsverzögerungen und/oder psychische Erkrankungen müssen im Einzelfall überprüft werden. Aufnahmen außerhalb des Altersspektrums sind unter Umständen nach Prüfung und bei altersentsprechenden Entwicklungsständen und Abdeckung der jeweiligen Bedarfe des Kindes möglich.

Ziele

Die Krisenintervention ermöglicht die Stabilisierung sowie die sofortige Betreuung und Versorgung der Kinder in einem für sie sicheren und geschützten Rahmen. Sie dient zur Beruhigung und Klärung der aktuellen Situation des Kindes und seines Herkunftssystems.

 

Die Übergangshilfe ermöglicht eine zeitlich begrenzte Unterbringung von Kindern. Dann ist bereits im Vorfeld deren Perspektive geklärt und die Kinder bleiben bis zur Vermittlung in ein anderes geeignetes Hilfeangebot oder bei krankheitsbedingtem Ausfall der Erziehungsberechtigten.

 

In der Perspektivklärung stehen die Aufarbeitung der aktuellen Situation und der Hilfebedarf des Kindes und seiner Herkunftsfamilie im Vordergrund. Während der Unterbringung werden die Förder- und Hilfebedarfe der Kinder ermittelt und vorhandene Ressourcen gestärkt und gefördert. Hierbei spielt, falls möglich, die Einbeziehung, Kooperation und Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem eine Rolle, um eine tragfähige und stabile Perspektiventwicklung zu gestalten. Die Perspektivklärung sowie deren Umsetzung dauern in der Regel zwischen drei und zwölf Monate.

 

Ziele der pädagogischen Arbeit bei Kindern mit außergewöhnlich hohem Betreuungsbedarf können unter anderem sein:

  • Beruhigung und Klärung der aktuellen Situation/Krisenintervention sowie der zukünftigen Perspektive
  • Entlastung der Kinder und ihrer Familien
  • Stabilisierung, Betreuung und Versorgung der Kinder in einem sicheren und geschützten Rahmen
  • Ermittlung von Förder- und Hilfebedarfen durch sozialpädagogische Diagnostik und Ressourcencheck
  • Klärung der Rollen und Aufgaben im Herkunftssystem
  • Kooperation und Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem für die Gestaltung einer tragfähigen und stabilen Perspektiventwicklung
  • Stärkung der erzieherischen Kompetenz der Herkunftsfamilie durch Eltern- und Familienarbeit
  • Individuelle Auftragsklärung orientiert an der aktuellen Situation des Kindes und seines Herkunftssystems sowie dem Auftrag des Jugendamtes
  • Klärung der weiteren Lebensperspektive (z. B. Rückkehr in die Herkunftsfamilie, ggf. Vermittlung in eine Pflege- oder Adoptionsfamilie, Erziehungsstelle oder ggf. Folgegruppe)
  • Bearbeitung und Abmildern der Beziehungsabbrüche aus dem Herkunftssystem in der Anfangszeit der Unterbringung
  • einen sicheren und verlässlichen Lebensort zu bieten
  • einen Ort zu schaffen, an dem Kinder vor Gewalt und vor emotionaler Verwahrlosung sicher sind
  • korrigierende Bindungserfahrungen und positive Beziehungen zu erfahren
  • Beziehungsunsicherheit oder Beziehungslosigkeit mit Beziehungsangeboten entgegen zu wirken
  • Sicherheit und Verlässlichkeit durch Struktur und Regeln zu erfahren
  • einem negativen, reduzierten Selbstwert/Selbstbild entgegen zu wirken
  • innere Spannungen durch spannungsmildernde Aktivitäten abzubauen
  • Abbau von Ängsten vor Veränderungen durch das Heranführen an neue Lernfelder
  • Gefühle akzeptieren und neue Handlungsmuster zum Umgang damit entwickeln
  • Behutsame Gestaltung der Übergänge, z. B. bei Rückführung der Kinder in ihre Herkunftsfamilien, Eingliederung in eine Pflegefamilie bzw. Erziehungsstelle oder in eine andere Hilfeform
Methodik
  • klare Strukturierung
  • Ressourcenorientierung
  • Einzel-, Kleingruppen- und/oder Gruppenarbeit
  • regelmäßige Erziehungs- und Hilfeplanung
  • Systemische Elemente
  • Verhaltenstherapeutische Elemente
  • Partizipation
  • Visualisierung
Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen
  • Auftragsklärung und Zielformulierung mit dem Jugendamt
  • 24 Stunden individuelle Betreuung und Versorgung der Kinder
  • möglichst hohe Kontinuität und zeitliche Präsenz des Bezugspädaogen
  • Individual- und gruppenpädagogische Arbeit
  • Förderung des Sozialverhaltens (im Gruppenalltag, Gruppenspiele, Gruppengespräche)
  • Förderung des Gesundheitsbewusstseins
  • Sicherstellung der medizinischen Versorgung
  • Zusammenarbeit mit externen Helfern, wie Logopäden, Ergotherapeuten etc.
  • Vorschulische und schulische Entwicklung (Hausaufgabenbetreuung und Kontakte zu Schulen/Kindergärten)
  • Freizeitgestaltung
  • Methodische Familienarbeit (Familiengespräche, Elternkontakte)
  • Entwicklung und Erarbeiten von ersten wirksamen pädagogischen Handlungsstrategien
  • Erarbeiten und Fördern der individuellen Ressourcen des Kindes, der Familie und des vorhandenen sozialen Netzwerks
  • Pädagogische Eingangs- und Verlaufsdiagnostik
  • Hilfeplanung/Erziehungsplanung
  • Gemeinsame Perspektivklärung mit den Eltern und dem Jugendamt
  • Enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt (Hilfeplan, Reflexionsgespräche, Krisengespräche, Perspektivklärung)
  • Vorbereitung und Begleitung bei Rückführung oder Wechsel der Betreuungsform
  • Einzel- und Gruppenförderung über gezielte Kreativ- und Bewegungsangebote
  • Gezielte Förder- und Trainingsprogramme im lebenspraktischen und sozialemotionalen Bereich
Zusammenarbeit / Kooperationen Kooperation mit Kindergärten, Schulen, Frühförderzentren, Ärzten, Therapeuten und Kliniken, Vereinen, Beratungsstellen
Qualitätssicherung
  • Qualitätssicherung durch ein QM-System nach DIN EN ISO 9001
  • Sicherstellung von Teamentwicklung und Mitarbeiterqualifikation
  • Interne und externe Fortbildungen
  • Regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung der bestehenden Konzepte
  • Interne und externe Audits
  • Selbst-Evaluationen
  • Qualitätsdialog gem. § 78 SGB VIII ff.