Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Anzahl der Plätze
6 Plätze für Mütter
, Betreuungsschlüssel 1 : 1,32
6 Plätze für Kinder, Betreuungsschlüssel 1 : 2,40
Mitarbeiterqualifikation
Pädagogische Fachkräfte: Erzieherinnen, Fachhochschule, Hochschule, ergänzt durch medizinisch ausgebildetes Personal: Kinderpflegerinnen und Kinderkrankenschwestern
Aufnahmealter/
Betreuungsalter
Häufigkeit/Umfang
Gesetzliche Grundlage
§ 27 in Verbindung mit §§ 34, 36, 37 SGB VIII § 19 SGB VIII für Jugendliche ab 14 Jahren als „Gemeinsame Wohnform für Mütter/Väter und Kinder „Heimerziehung,
sonstige betreute Wohnform“ bzw. für junge Volljährige entsprechend § 41 SGB VIII als „Hilfe für junge Volljährige“
§ 35 a
Angebotsbeschreibung
Die Mutter-Kind-Gruppe ist ein Intensivangebot für minderjährige und junge Schwangere und Mütter, auch mit schwierigem psychosozialen Hintergrund. Durch eine engmaschige Betreuung wird das Kindeswohl sichergestellt. Ein pädagogisches Clearing bietet die Möglichkeit, die Ressourcen der Mutter zu klären, um so eine geeignete Maßnahme empfehlen zu können. Ein Verbleib in der Mutter-Kind-Gruppe ist bei vorhandenen Ressourcen und Motivation dann möglich. Das Konzept der Mutter-Kind-Gruppe steht auf drei Säulen:
Aktivierung und Erweiterung der sozialen Kompetenzen der Mutter – z.B. Alltagstraining, Korrigierende Bindungs-erfahrungen
Initiierung der Mutter-Kind-Bindung – Feinfühligkeitstraining, PEKiP-Gruppe
Förderung und Betreuung der Kinder – Einzelförderung, Gruppenarbeit, Spielgruppen , Anleitung der Mutter
Wir bieten den jungen Müttern und ihren Kindern ein Umfeld, in dem sie sich entwickeln und Erfahrungen machen können, die sie bislang in ihrer Sozialisation nicht erleben konnten, und die einer Verlässlichkeit entbehrten. Die Väter werden, wenn möglich, individuell durch regelmäßige Besuche und Kurse mit eingebunden. Die jungen Mütter werden entweder befähigt, selbstständig für sich und ihr Kind sorgen zu können oder eine alternative Zukunftsperspektive zu entwickeln. Falls diese nicht gemeinsam vorstellbar ist, begleiten wir auch diesen Prozess.
Zielgruppe/Indikation
Die Mutter-Kind-Gruppe wendet sich an minderjährige und junge volljährige Frauen, die aufgrund ihrer individuellen Entwicklung oder ihres bisherigen sozialen Umfeldes besondere Ansprüche stellen, u.a.
Mütter mit besonderer Hilfsbedürftigkeit aufgrund ihrer eigenen Sozialisation und Erfahrungen, die ihr Leben mit Kind bewältigen wollen;
Mädchen, die sehr jung Mutter geworden sind und wo keine Sicherheit besteht, ob sie ihre Mutterrolle ausüben können
geistig eingeschränkte junge Frauen, deren Ressourcen unklar sind;
Mütter, die aufgrund von Gewalt-, Sucht- oder Verwahrlosungserfahrungen eine besonders stringente Erziehungshaltung benötigen.
Ausschlusskriterien
Ausschlusskriterien:
eine akute Drogenproblematik der Mutter
eine gravierende geistige oder körperliche Behinderung
Ziele
Hilfen für die Mutter:
Begleitung der Schwangerschaft im fortgeschrittenen Stadium und Vorbereitung auf die Geburt
Hilfen, bezüglich der Versorgung und Pflege des Kindes (Wickeln, Ernährung, Baden etc.)
Einfinden in die Mutterrolle und Entwicklung von Lebensperspektive
Entlastung in Überforderungssituationen um das Kindswohl zu sichern
Aufbau der Erziehungskompetenz der Mutter/Eltern
Einbeziehung der Kindsväter ins Elterntraining, wenn möglich Akzeptanz der Tagesstruktur der Gruppe
Selbstständige Entwicklung und Umsetzung einer Tagesstruktur
Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung und der sozial-emotionalen Kompetenz der jungen Mutter
Verselbstständigung im Alltag
Erarbeitung einer realistischen Lebensperspektive und Begleitung bei der Umsetzung der ersten Schritte
Alleine Leben von Mutter und Kind, bzw. in Familie
Schule bzw. Ausbildung beenden bzw. beginnen
Hilfen für das Kind:
Sicherstellung der Grundversorgung
Emotionale Absicherung
Förderung – Einzelförderung, Förderung in der Gruppe und Anleitung der Mutter
Ziele für die Mutter-Kind-Beziehung:
Aufbau einer tragfähigen Mutter-Kind-Bindung
Sensibilisierung für die Bedürfnisse des Kindes
Erhöhung der Feinfühligkeit der Mutter durch Eltern- und Feinfühligkeitstraining
Methodik
Allgemeine
Beschreibung der Grundleistungen
24 Stunden Aufsicht und Betreuung im Schichtdienst durch pädagogische Fachkräfte, von 21.00 – 06.00 Uhr ist eine Nachtwache eingesetzt
Förderung des Sozialverhaltens (im Gruppenalltag, Gruppenabende, Müttergespräch)
Schulentwicklung und Berufsausbildung (Lerntraining und Kontakte zu Schulen)
Freizeitgestaltung (Malkurs, Gruppenabende, Angebote im Stammhaus, wie z.B. Freizeitzentrum)
Selbstständigkeitstraining (Selbstorganisation, Tagesstruktur, Umgang mit Geld, Kochtraining, Kontakte zu Behörden)
Elterntraining: Kinderpflege und Versorgung, Ernährungslehre, Erziehungsfragen
Feinfühligkeitstraining
PEKiP Gruppe
Spielkreis
Systemische Familienarbeit (Familiengespräche, Arbeit mit den Vätern, Paargespräche, Hausbesuche)
Hilfeplanung
Enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt (Hilfeplan, Reflexionsgespräche, Krisengespräche)
Begleitung in eine Anschlussmaßnahme bei Verselbstständigung oder Trennung von Mutter und Kind
Grundleistungen für das Kind:
4 Stunden Aufsicht und Betreuung im Schichtdienst durch pädagogische Fachkräfte, von 21.00 – 06.00 Uhr ist eine Nachtwache (u.a. Krankenschwester) eingesetzt
individuelle Festlegung der Förderplanung
Förderung:
PEKiP – zur Förderung der Mutter-Kind-Bindung und Anregung des Kindes – einmal wöchentlich
Einzelförderung - motorische Fähigkeiten,
i.d.R. ½ Std. - Sprachförderung
wöchentlich - Sauberkeitstraining etc.
Spielgruppe, einmal wöchentlich
Kinderbetreuung bei Überlastung nach Absprache
Kinderbetreuung während Schule und Ausbildung (z.T. ganztags)
Begleitung von Arztbesuchen bei Bedarf, wenn Mütter in Ausbildung oder Schule
Dokumentation und Vernetzung mit den Bezugspädagoginnen der Mütter
Initiieren, Organisation und anfängliche Begleitung in eine Kinderguppe im Sozialraum
Mögliche Zusatzleistungen
Zusätzlich sind bei komplexeren Problemlagen oder zur Klärung spezifischer Fragestellungen weitere Angebote des CJG Hermann-Josef-Hauses auf Basis von Fachleistungsstunden möglich, z.B. systemische Beratung oder Familientherapie, besonders intensive Einzel- oder Familienarbeit.
Zusammenarbeit / Kooperationen
Kooperation mit Schulen, Werkstätten, Praktikums- und Ausbildungsstellen, Ärzten Therapeuten und Kliniken, Behindertenverbänden, Vereinen, Beratungsstellen.
Das CJG Hermann-Josef-Haus hat mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) der Rheinischen Kliniken Bonn eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.
Besonderheiten
Individuelles Lerntraining im Angebot enthalten
Kreativwerkstatt im Angebot enthalten
Freizeit-Sportpädagoge im Angebot enthalten
Das CJG Hermann-Josef-Haus hat mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPPP) der Rheinischen Kliniken Bonn eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.
Sicherheit
Qualitätssicherung
Qualitätssicherung durch ein QM-System, zertifiziert nach DIN EN ISO 9001
Sicherstellung von Teamentwicklung und Mitarbeiterqualifikation
Interne und externe Fortbildungen
Regelmäßige Überprüfung und Weiterentwicklung der bestehenden Konzepte