Erlebnispädagogische Intensivgruppe Marco Polo
Art des Angebots

Speziallösungen
Intensivpädagogische Gruppe

Träger/Anbieter Evangelische Jugendhilfe Godesheim
Anschrift Evangelische Jugendhilfe Godesheim
Venner Str 20
53177 Bonn
Ansprechpartner Fachberatung Frank Pfeil, Nadja Lydssan
Kontakt Tel.: 0228-3827-444
Fax.: 0228 / 3827-99-444
E-Mail: fachberatung@godesheim.de
Homepage: http://www.godesheim.de
Betreuungsschlüssel: 1 zu 0
Freie Plätze: 1
Sozialräume
Ort der Maßnahme
Stadt außerstädtisch
Geschlecht
Jungengruppe Mädchengruppe Koedukative Gruppe
Alter
0-14 Kind 14-18 Jungendlicher >18 Junger Erwachsener
Lebensbereiche
Wohnen Arbeiten Schule Ausbildung Kiga Freizeit soziales Gefüge Sonstiges
Sozialraumkategorien
Leistungsbereich Klärungsbereich Gefährdungsbereich
Maßnahmevorraussetzungen
Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Anzahl der Plätze Eine Gruppe mit 6 Jugendlichen
Mitarbeiterqualifikation pädagogische Fachkräfte (überwiegend FHS-Abschluß)
Aufnahmealter/
Betreuungsalter
in der Regel 9-15 Jahre
Gesetzliche Grundlage § 27 KJHG (Hilfe zur Erziehung) in Verbindung mit § 34 § 35a KJHG (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche) und § 36 KJHG Hilfeplanung/ §37 KJHG Zusammenarbeit mit der Familie, sowie § 71 Abs. II KJHG für delinquente Jugendliche
Angebotsbeschreibung

Marco Polo – Name und Programm des Angebots Marco Polo gehört bis in unsere Zeit zu den bekanntesten Entdeckern überhaupt. Er brach bereits als 15 jähriger zu seiner großen Reise nach China auf und wurde dadurch in Situationen geführt, in denen er seine erworbenen Werte und Verhaltensweisen überprüfen musste und die Fähigkeit erwarb, seine Umwelt differenziert zu beobachten und sein Verhalten auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Wenngleich wir sicherlich nicht nach China fahren, sondern unsere Ziele ganz bewusst in Deutschland wählen, haben wir doch den Namen Marco Polo gewählt, weil wir auch den Kindern und Jugendlichen, die wir mit diesem Angebot erreichen wollen, Situationen bieten wollen, in denen sie ihre Werte und Verhaltensweisen überprüfen müssen und die Fähigkeit erwerben können, ihre Umwelt differenziert zu beobachten und ihr Verhalten auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Solche Situationen eröffnen die Chance erlerntes Fehlverhalten wieder abzulegen.

Zur erzieherischen Hilfe leben Kinder/Jugendliche in einer intensivpädagogischen Kleingruppe, die sich in der Stammeinrichtung befinden. Die Gruppen zeichnen sich durch ihren erlebnispädagogischen Schwerpunkt aus. Die individuell abgestimmten, pädagogischen, psychomotorischen, freizeitpädagogischen und therapeutischen Angebote sowie eine grundsätzlich erlebnispädagogische Ausrichtung machen diesen Schwerpunkt aus. Versorgende und sozial-emotionale Zuständigkeiten übernehmen die pädagogischen MitarbeiterInnen. Die Herkunftsfamilie wird somit umfänglich entlastet und dem Kind wird ein neues, therapeutischen Lebensfeld angeboten. Die Beziehung zur Herkunftsfamilie ist in der Regel hochgradig gestört und ambivalent. Dennoch bleibt sie emotional ein wesentlicher Bezugspunkt. Bestehende Beziehungen zur Herkunftsfamilie und zum ehemaligen sozialen Umfeld werden gestützt. Gemeinsam mit der Familie wird eine umfangreiche Hilfeplanung auf allen Ebenen durchgeführt. Es besteht eine enge Kooperation mit der örtlichen Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie mit niedergelassenen PschologInnen und PsychiaterInnen. Die MitarbeiterInnen werden durch monatliche Supervisionen und regelmäßiges externes Coaching begleitet.

Ausschlusskriterien Das Angebot ist nicht geeignet • bei schwerer körperlicher oder geistiger Behinderung • bei akuter psychiatrischer Indikation (im Einzelfall abzuklären) • bei akuter Drogen-/ Suchtproblematik, die pädagogische Arbeit mit den Betroffenen nicht mehr zulässt
Ziele • Entlastung der Kinder/Jugendlichen und der Herkunftsfamilie • Aufbau und Verbesserung der Lern- und Entwicklungsfähigkeiten • Aufbau und Stärkung der personalen und sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder/Jugendlichen • Akzeptanz der individuellen Biographie mit den daraus resultierenden Grenzen und Möglichkeiten • Vermeidung der Verfestigung delinquenter Tendenzen • Entwicklung realistischer Lebensperspektiven • Unterstützung der Bezugspersonen (Eltern, Betreuer, etc.) zur Entwicklung eines Verständnisses der individuellen Biographie des Kindes/Jugendlichen mit seinen Traumata und Konflikten einerseits und den existierenden Fähigkeiten und Ressourcen andererseits • Klärung der Beziehung zu der Herkunftsfamilie • gegebenenfalls Rückkehr in die Herkunftsfamilie bzw. Beheimatung in einer anderen Betreuungsform oder der Verselbständigung
Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen Unsere erlebnispädagogischen Angebote :
Unser Angebot versteht sich als eine Integration von Gruppenpädagogik und Erlebnispädagogik im Rahmen intensivpädagogischer Betreuung. Der Alltag findet in der Wohngruppe statt, die sich auf dem Stammgelände der Einrichtung befindet. Erlebnispädagogische Angebote und Maßnahmen werden sowohl im Rahmen der Alltagsstruktur als auch im Rahmen von Maßnahmen unterschiedlicher Art und Dauer in der Regel in Deutschland oder im unmittelbar angrenzenden Ausland angeboten.
 Beschreibung der Arbeitsmethoden Das Angebot richtet sich ganz bewusst an Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer bisherigen Biographie eine besondere Form erzieherischer Hilfen benötigen. Im pädagogischen Gruppenalltag kommen verhaltensmodifizierende Elemente zum Einsatz. Zur kurzfristigen Orientierung bilden Tokenpläne mit individuellen Aufgaben die Grundlage der täglichen Reflexion. Zur längerfristigen Orientierung des Jugendlichen dienen Stufenpläne (insgesamt 6 Stufen), die je nach geleistetem Verhalten (z.B. Regeleinhaltung, Meldezeiten, Stadtgänge) dem Jugendlichen die Möglichkeit einer schrittweisen Erweiterung der Regeln bieten.
Die erlebnispädagogischen Elemente unserer Arbeit umfassen Angebote wie Klettern, Kanufahren, Wandern, Wald als Erlebnisort Gruppe, sofern möglich und sinnvoll) und Sportangebote (wöchentlicher Besuch einer Turnhalle, Laufangebot). Diese Angebote – die für alle Jugendlichen, die sich in den Stufen 1- 4 des Stufenplanes befinden, verpflichtend sind – werden im Rahmen von Tagesangeboten, Wochenendfahrten sowie Ferienfahrten durchgeführt. Der thematisch-strukturierte Wochenplan (Kultur, Versorgung der Gruppe – d.h. gemeinsame und begleitete Gruppeneinkäufe, Laufangebot, Wandern oder Mountainbiking, gemeinsamer Stadtgang) dient der Strukturierung der Schulwoche sowie zugleich den Jugendlichen zur Orientierung. Die erlebnispädagogischen Elemente unserer Arbeit verstehen wir als gezielte Schaffung von Lernsituationen, die sowohl individuelle als auch gruppendynamische Prozesse anstoßen und zur Bearbeitung unter veränderten Bedingungen anregen. Ergänzt werden die verhaltensmodifizierenden und erlebnispädagogischen Elemente bei Bedarf durch therapeutische Angebote, die von hinzugezogenen Therapeuten durchgeführt werden. Für das Team besteht diesbezüglich die Möglichkeit auch auf die Ressourcen der Angebote von KIDZ (zur akuten Krisenintervention; befindet sich auf dem Stammgelände) und MEZ Bonn (Medizinisches Versorgungszentrum in Bonn) zurückzugreifen. Zeit des Ankommens - Aufenthalt in der Einrichtung Erster Schritt der Arbeit mit den Jugendlichen ist die Beruhigung der Situation und die Stabilisierung der Situation für den Jugendlichen, um dem Lernen Freiraum zu schaffen. Erreicht wird dies durch einen strukturierten Tagesablauf (Schulzeit, gemeinsame Mahlzeiten, Lernstunde, Angebote bzw. Freizeitaktivitäten, feste Bettgehzeiten, feste Tokenreflexionszeiten) und transparente und feste Gruppenregeln, die dem Jugendlichen eine Erwartungssicherheit bieten. Die Woche ist gekennzeichnet durch die Wochenplanung, die erlebnispädagogische Aktionen, übergreifende Angebote der Gesamteinrichtung (AG´s, gemeinsame Feste, Kinder- und Jugendvertretung), aber auch im Bedarfsfall Aktionen mit einer zeitlich begrenzten Differenzierung der Wohngruppe (Kleingruppenangebote für ausgewählte Jugendliche der Wohngruppe in wechselnden Konstellationen oder auch individualisierte Aktionen mit einzelnen Jugendlichen zur intensiven Einzelbetreuung bzw. in Krisenfällen – z.B. Wandern, Einzelmaßnahmen in der Woche oder über das Wochenende, einzelbetreute Time-outs) .
Durch den differenzierten Stufenplan kann der Jugendliche das Feld seiner Selbständigkeit im Alltag erweitern und Vergünstigungen erhalten. Zum Aufsteigen im Stufenplan werden vom Jugendlichen Leistungen in Bezug auf Regeleinhaltung, Absprachen einhalten sowie das Beachten von Melderegelungen erwartet, was für ihn im Gruppenalltag z.B. bis zu einer Wahlfreiheit bzgl. der Teilnahme an Tagesaktionen führen kann. Die Rückmeldung und Reflexion, auf welcher Stufe sich der Jugendliche befindet und ob ggf. ein Wechsel nach oben oder unten stattfindet, erfolgt im wöchentlichen Rhythmus nach Entscheidung des Mitarbeiterteams im Rahmen einer Gruppenbesprechung. Der Schulbesuch ist gewährleistet, da in Bad Godesberg alle gängigen Schulformen durch öffentliche Verkehrsmittel gut zu erreichen sind. In unmittelbarer Nähe des Stammgeländes befinden sich eine Schule zur Erziehungshilfe (angrenzend) sowie eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Zeit des Entdeckens/Unterwegssein und Erleben Die zweite Säule unseres Angebots ist das Unterwegs-sein. Im Rahmen von mindestens zwei Wochenende monatlich während der Schulzeit und Tagesaktionen an den weiteren Wochenenden, sowie mehrtägigen bis mehrwöchigen Fahrten in den Schulferien, werden unterschiedlichste Angebote erlebnispädagogischer Art in Form von Einzelaktionen oder auch Projekten platziert, wie z.B. Wandern, Biwakzelten, Kanufahren, Klettern (Mobile Seilstationen, Niedrigseilgarten, Abseilen), Mountainbiketouren, Übernachtung in einer Jurte, Trekkingtouren, Stadterkundungen (City Bound-Aktionen). Die Kinder und Jugendlichen erhalten eine komplette Outdoor-Ausstattung, für die sie ( mit Unterstützung der Betreuer ) selber verantwortlich sind. Bei Ende der Maßnahme dürfen sie diese behalten. Bei den Unternehmungen werden Fotos gemacht und jedes Kind und jeder Jugendliche bekommt ein eigenes persönliches Photoalbum zur Erinnerung. Entsprechend der Unterschiedlichkeit der Angebote können die Reiseziele und Lernräume unterschiedlich sein: Waldgebiete, Zeltplätze, Jugendherbergen, aber auch Städte, Kulturstätten bzw. einfach die eigene Wohngruppe mit dem angrenzenden Gelände oder die Turnhalle. Orte, Art und inhaltliche Ausgestaltung der Angebote richten sich nach dem Stand und dem Bedarf der Gruppe sowie der einzelnen Jugendlichen. Die Maßnahmen und Fahrten werden bei Bedarf auch in wechselnden Kleingruppenkonstellationen bzw. als Einzelmaßnahmen durchgeführt. Ziele der Maßnahmen und Fahrten sind die Förderung von Gruppenprozessen, die Stärkung sozialer Verantwortung für andere, das Entdecken und bewusste Erleben der Natur und des eigenen Landes sowie die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Eigenverantwortung.
 
Mögliche Zusatzleistungen Ambulante Hilfen / Besondere und Zusätzliche Hilfen des Ev. Jugendhilfezentrums Godesheim sowie externer Anbieter
Zusammenarbeit / Kooperationen • Multiprofessionelles Team, (z. B. : , Sozialarbeiter (-in) mit Zusatzqualifikation, Sozialpädagoge (-in) mit Zusatzqualifikation, Erzieher (-in),Erlebnispädagoge (–in) • Angebot von pädagogischem Reiten, Kunstpädagogik, Musikpädagogik • Möglichkeit der vorübergehenden heiminternen Beschulung bzw. einer Beschulung über eine Fernschule • Der Beschäftigungs – und Ausbildungsmöglichkeiten „ Schritt für Schritt“sowie der professionellen Berufsplanung
Besonderheiten Multiprofesionelles Team, (z. B. : Psychologe (-in), Sozialarbeiter (-in), Sozialpädagoge (-in), Erzieher (-in), (Heilpädagoge (-in) Pädagogische Fachkraft mit Zusatzausbildung in Psychomotorik im Team Angebot von pädagogischem Reiten, Kunstpädagogik, Musikpädagogik Möglichkeit der vorübergehenden heiminternen Beschulung
Qualitätssicherung Gemäß Qualitätsentwicklungsbeschreibung des evangelischen Jugendhilfezentrums Godesheim