Gemeinsame Wohnform für suchtmittelabhängige Mütter/Väter und deren Kinder in Bonn
Art des Angebots

Speziallösungen
Gemeinsame Wohnform

Träger/Anbieter Deutscher Orden - Kinder- und Jugendhilfe
Anschrift Deutscher Orden - Suchthilfeverbund Bornheim / Bonn
Breitestraße 34
53111 Bonn
Ansprechpartner

Nicola Fellhauer

Wohnbereichsleitung

Tel.: 0228-9813333

Kontakt Tel.: 0228/9813333
Fax.: 0228/9814460
E-Mail: muki.bonn@deutscher-orden.de
Homepage: http://www.bonn-jugendhilfe.de
Betreuungsschlüssel: 1 zu 2,4
Freie Plätze: 0
Sozialräume
gesamtstädtisch
Ort der Maßnahme
Stadt außerstädtisch
Geschlecht
Jungengruppe Mädchengruppe Koedukative Gruppe
Alter
0-14 Kind 14-18 Jungendlicher >18 Junger Erwachsener
Lebensbereiche
Wohnen Arbeiten Schule Ausbildung Kiga Freizeit soziales Gefüge Sonstiges
Sozialraumkategorien
Leistungsbereich Klärungsbereich Gefährdungsbereich
Maßnahmevorraussetzungen
Leistungs- Qualitäts-entwicklungs-beschreibung liegen dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Bundessstadt Bonn vor
Ein Leistungsentgelt ist verhandelt
Anzahl der Plätze

12 Mutter/Vater Kind Plätze (6 Erwachsene und 6 Kinder)

Mitarbeiterqualifikation

Pädagogische Fachkräfte: Dipl. Soz.Arb./ Päd., Dip. Heilpädagogin, staatlich anerkannte Erzieherinnen mit Zusatzausbildungen

Aufnahmealter/
Betreuungsalter
Alleinerziehende Mütter (Väter) die für ein Kind unter 6 Jahren zu sorgen haben, sowie deren ältere Geschwister
Gesetzliche Grundlage § 19 SGB VIII
Angebotsbeschreibung

Unser Angebot richtet sich an Mütter und Väter die alleine für ihre Kinder sorgen, die Erziehungsverantwortung für ihre Kinder übernehmen und dabei ein Kind unter sechs Jahre alt ist. Die Leistung kann auch vor der Geburt des Kindes gewährt werden. Im Zusammenhang mit dem Suchtmittelkonsum befindet sich die Mutter bzw. der Vater in einer Lebenslage, in der der sich ein entsprechender Betreuungs- und Unterstützungsbedarf bei der Pflege und Erziehung des Kindes eingestellt hat. Die Hilfe für die Mutter/ bzw. den Vater zielt zum einen darauf ab, die Persönlichkeit so zu stärken, dass eine dauerhafte Erziehungsverantwortung wahrgenommen werden kann. Zum anderen wird durch Hinwirken auf eine schulische oder berufliche Ausbildung oder Erwerbstätigkeit auf die Nachhaltigkeit der Hilfen gezielt. Zusätzlich bieten wir spezifische Förderangebote und Hilfen für das Kind an. Mit den Elter-Kind Angeboten richten wir den Blick auf die Eltern- Kind Interaktion.

Der §19 SGB VIII bietet die Möglichkeit einer ganzheitlichen Unterstützung. Er bietet die Möglichkeit, sozialpädagogische und therapeutische Hilfen für die Mutter/den Vater und spezifische Förderangeboten und erzieherischen Hilfen für das Kind mit methodischen Elementen der Familienbildung , oder auch der Partnerschaftsberatung zu kombinieren, um dadurch die Erziehungskompetenz von Familien nachhaltig zu stärken.

Zielgruppe/Indikation

Die Hilfe richtet sich an substituierte und ehemalig suchtmittelabhängige Mütter/Väter mit ihren Kindern, die wegen persönlicher und sozialer Schwierigkeiten für sich und ihr Kind gezielte Hilfen benötigen, suchen und annehmen.

Ausschlusskriterien

Voraussetzung der Leistung ist ein Bedarf an Förderung und Unterstützung bei der Pflege und Erziehung des Kindes. Der Bedarf ist gegeben, wenn die Persönlichkeit des allein sorgenden Elternteils noch nicht so weit entwickelt ist, dass er der notwendigen Pflege und Erziehung aus eigenen Kräften nachkommen kann.

Solange die Mütter/Väter willens und in der Lage sind, die Erziehungsverantwortung zu übernehmen, gibt es keine grundsätzlichen Ausschlusskriterien. Die Tragfähigkeit des gemeinsamen Arbeitsbündnisses, das sich in der Folge des zu erstellenden Hilfeplanes ergibt, wird zum Gradmesser der Entscheidung, inwieweit das Hilfeangebot noch geeignet erscheint, auf die Problemlage der Mutter oder des Vaters angemessen eingehen zu können. In diese Entscheidung wird in allen Fällen das zuständige Jugendamt mit einzubeziehen sein.

Ziele

Im Mittelpunkt der Leistung steht :

-    die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Mutter/ des Vaters mit dem Ziel, dadurch zugleich auch die Entwicklung und Erziehung des Kindes beziehungsweise der Kinder zu fördern

-    eine gesunde leibliche, geistige, seelische und emotionale Entwicklung des Kindes

-    die Entwicklung einer langfristigen Zukunftsperspektive für die Mutter/den Vater und ihrer Kinder

-    eine stabile tragfähige Mutter (Vater)- Kind- Beziehung, in der sowohl die Bedürfnisse des Kindes als auch die der Mutter (des Vaters) ihren Platz haben

-    die Klärung der Mutter-Kind-Beziehung (Vater-Kind-Beziehung) im Hinblick auf ein Zusammenleben oder eine Trennung

-    die Förderung einer schulischen und/oder beruflichen Ausbildung, bzw. einer Berufstätigkeit

Die sozialpädagogische und therapeutische Betreuung zielt auf die Behebung der, psychischen und sozialen Symptome ab, die der Förderung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, Mütter und Väter im Wege stehen.

Die Angebote zielen darauf ab, die Persönlichkeit des allein erziehenden Elternteils so zu stärken, dass er im Anschluss an die Maßnahme in der Lage ist, die Erziehungsverantwortung dauerhaft und selbstständig zu übernehmen.

Methodik

Die Angebotskonzepte greifen auf das in der Sozialarbeit etablierte Set von Basismethoden zurück, verknüpfen bzw. kombinieren und modifizieren diese in speziellen Angeboten.

-    Sozialpädagogische Wohngemeinschaft

-    Sozialpädagogische Gruppenarbeit

-    Therapeutische Gruppenarbeit

-    Einzelbetreuung und Einzelberatung

-    Familienarbeit

-    Partnerarbeit/ Paarberatung

-    Case Management

-    Genogrammarbeit

-    "Marte Meo" Videounterstützung

-    Starke Eltern- Starke Kinder

Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen

Alle sozialpädagogischen und therapeutischen Maßnahmen und Leistungen orientieren sich an den folgenden handlungsleitenden Qualitätsmerkmalen:

-    Prävention und Erhöhung des Gesundheitsbewusstseins

-    Klientenfreundliche, offene, einladende, zugewandte und solidarische Grundhaltung.

-    Partizipation

-    Integration- Normalisierung

-    Bedarfsorientierung

-    Kontextorientierung

-    Ressourcenorientiert

-    Hilfeplanorientiert:

Im Sinne dieser Grundhaltung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden entsprechend der individuellen Hilfeplanung die erzieherischen, therapeutischen und pädagogischen Hilfen im Rahmen der folgenden Grundleistungen angeboten:

-    Vorstellungsgespräch

-    Aufnahmeverfahren

-    Leistungen im Rahmen der Start- und Orientierungsphase

-    Leistungen im Rahmen der Stabilisierungsphase:

    Sozialpädagogische und sozialtherapeutische Beratung

    Förderung der Mutter-Kind-Beziehung (Vater-Kind-Beziehung)

    Alltagspädagogische Hilfen für das Kind

    Hilfen im lebenspraktischen Bereich

    Vorschulische, schulische und berufliche Förderung

    Psychosoziale Anamnese, Entwicklungsdiagnostik, Erziehungsplanung, Hilfeplan

    Freizeitgestaltung

-    Arbeit mit dem Partner/ dem Vater des Kindes (Partnerin, Mutter des Kindes)

-    Verwaltungsleistungen in Bezug auf Mutter (Vater) und Kind

-    Leistungen im Rahmen der Auszugsphase/Nachsorge

-    Krisenintervention

Zusammenarbeit / Kooperationen

Der Deutsche Orden verfügt, regional unterschiedlich, über ambulante, teilstationäre und stationäre Hilfsangebote innerhalb der Suchtkrankenhilfe und gleichzeitig innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe. Diese Angebote können im Sinne einer Vernetzung von Hilfeleistungen von den beteiligten Sozialleistungsträger in Anspruch genommen werden.

Trägerübergreifend kooperieren wir mit allen Institutionen, die Bestandteil der Hilfeplanung sind. Darüber hinaus beteiligen wir uns an allen Projekten, die auf kooperative Beziehungen aufbauen, bzw. sind an deren Initiierung beteiligt.

Wir sind Mitglied in den spezifischen, regionalen Arbeitskreisen.

Qualitätssicherung

Wir verpflichten uns, Verfahren und Instrumente anzuwenden, die Aussagen zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität ermöglichen. Wir haben uns entschlossen diesbezüglich das GAB Verfahren anzuwenden.

Das GAB- Verfahren der Qualitätssicherung und -entwicklung setzt in der Einrichtung selbst an (interne Qualitätssicherung), d.h. es verzichtet auf jede »allgemeingültige« inhaltliche Vorgabe, was »richtiges pädagogisches Handeln« sein soll. Hingegen erwartet es von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Einrichtung, selbst zu erarbeiten und zu beschreiben, was in ihren Augen die erstrebenswerte Qualität ihres Handelns ist. Das Verfahren beruht auf dem Gedanken, dass jede Einrichtung die eigenen, dem Leitbild und dem Arbeitskonzept adäquaten Qualitätsmaßstäbe finden muss. Dazu beschreibt das Verfahren einen Weg, auf welche Weise jede Einrichtung diese Maßstäbe selbst formulieren kann. Dazu stehen z.B. die Instrumente Leitbild, Konzept und Handlungsleitlinie zur Verfügung. In einem zweiten Teil legt das Verfahren dann Vorgehensweisen fest, wie die so beschriebene Qualität Schritt für Schritt realisiert und die Organisation damit fähig wird, die Güte ihrer Leistungen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu dienen die Instrumente Qualitätszirkel, kollegiale Beratung und systematische Evaluation.